Stimmungsbarometer: Spaß(bremsen) beim Public Viewing

▷ Letzte Änderung: 2014-06-26
By Diana Hagenberg [FluxFM] |

Am Abend rollt der Ball wieder in Brasilien. Wenn Deutschland spielt, dürfte das Brutto-Sozialprodukt gen Null tendieren – die meisten werden wohl irgendwo auf einen Bildschirm oder eine Leinwand starren. Am besten in Gesellschaft, denn geteilt zählt Freude doppelt und Leid nur halb so viel. Seit der Fußball-WM 2006 in Deutschland heißt zusammen Fußball schauen Public Viewing. Ob das diesen Sommer auch so gut taugt? Unser Kollege Alexander Brust hat sich der Aufgabe gestellt – in Jockls Biergarten am Dreiländereck.


Eine der schlechteren Eigenschaften Berlins: Wo man auch hinkommt – überall ist schon jemand. Ehrlich gesagt – das nervt. Meistens. Wenn allerdings WM ist und Müller, Özil, Neuer auflaufen, dann geht selbst der Berliner auf Kuschelkurs. Rückt zusammen und schart sich gemeinsam mit Freunden, Fremden, ja sogar Touris um die Bildschirme im öffentlichen Raum – und das ist doch irgendwie auch schön.

„Es nervt, dass nicht immer alle pünktlich da sind und man auch noch Plätze freihalten muss, wenn man früh kommt. Und dass dann irgendwelche Leute eine halbe Stunde vor dem Spiel kommen und man denen extra nen Platz freigehalten hat.“

Zugegeben, darauf kann man verzichten, aber dafür hängt man mit seinen Freunden ab und zischt zusammen ein zwei Bier.

„Scheiße ist es, wenn das Bier unfassbar überteuert ist.“

Okay, nicht ganz optimal. Aber nichts trinken ist ja jetzt auch nicht immer die Lösung. Wenn schon Public und Viewing, dann auch Bier und Schland-Zylinder. Umfrage:

„Ich mag die Hirnis nicht, die immer so ein Deutschlandschmuck auf dem Kopf tragen.“

Jaja. Aber es gibt sie auch, die positiven Seiten am Public Viewing…

„Richtig kacke finde ich es, wenn sich irgendwelche Riesen vor dir aufbäumen und du auf einmal das Tor verpasst. Wow! Die Stimmung ist am Boden. Das finde ich richtig böld!“

Wie gesagt, es gibt sie ja auch, die positiven Seiten…

„Als Frau steht du ungefähr ne Stunde in der Schlange und verpasst eh das ganze Spiel, wenn du auf Klo musst.“

Okay, hat noch irgendwer was zu meckern?

„Um 0 Uhr, wer geht da denn raus? Die Zeiten sind doof!“

Ja. Fehlt eigentlich nur noch das Argument mit dem Wasser:

„Also an sich konnte man früher auch noch eine Falsche Wasser mit reinnehmen. Was jetzt nicht mehr möglich ist, weil du das Wasser dort kaufen musst. Das kann ich nicht verstehen, gerade wenn man fünf Stunden da drin steht und die Sonne brutzelt.“

Ist ja gut: Zusammenfassend lässt sich feststellen:

„Es ist halt ne geile Stimmung!“

„Ich bin betrunken, das ist herrlich.“

„Weil es Spaß macht, mit Leuten zu gucken.“

„Mit ganz vielen Leuten zusammen richtig viel Freude aufkommen zu lassen,, richtig viel Bier zu trinken und einfach nur abzufeiern.“

Siehste! Am Ende macht‘s ja dann doch irgendwie Spaß. Wär ja auch bescheuert, wenn alle beim Deutschlandspiel wieder in Scharen aufeinander hocken würden, nur um sich gegenseitig auf den Sack zu gehen.

In diesem Sinne: Müller, Neuer, Özil – macht IHN zu!

Redaktion

Alexander Brust
Spezialgebiet: Stadtleben, Aktuelles und alles, was sonst noch so anfällt.

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