Schoko-Kiez (Foto: Nina Maul)
Schoko-Kiez (Foto: Nina Maul)

ZuckerPapi | Krautfunding

▷ Letzte Änderung: 2019-02-18
By Lena Mempel |

Name:ZuckerPapi
Funktion: Laden-Crowdfunding
Krautfunding: ZuckerPapi auf Indiegogo

Direkt am Tempelhofer Feld gelegen, mit einem bunten Wochenmarkt, Kneipen, Cafés und kleinen Läden zum Stöbern: Der Schillerkiez in Neukölln hat so ziemlich alles, was sich eine Nachbarschaft wünscht. Außer einen richtigen Süßigkeitenladen. Zwei Berliner*innen wollen das mit ihrem Projekt ZuckerPapi ändern. FluxFM-Redakteurin Lena Mempel hat deren Schokolade schon mal vorgekostet.



Zusammen können Lena Speckmann und Ray Noland auf über 15 Jahre im Schillerkiez zurückblicken. Lena ist Dolmetscherin, Ray ist Künstler und sie beide lieben Schokolade. Bei Ray geht die Leidenschaft auf ein in knallgelbes Papier gewickeltes Stück Toffee zurück: Der amerikanische Schokoriegel Sugar Daddy.

„Die Idee zu ZuckerPapi kommt daher, dass einige Süßigkeiten aus meiner Kindheit in Deutschland schwer zu bekommen sind. Da dachten wir uns: Wir könnten vielleicht einen Laden aufmachen, wo wir genau diese Naschereien und Pralinen aus der ganzen Welt verkaufen, die Zugezogenen in Berlin aus ihrer Heimat fehlen.“

Ein klassisches Süßwarengeschäft war den beiden aber zu wenig. Deshalb haben sie ein eigenes Produkt kreiiert: SchokoKiez. Statt der typischen Rechteckform ist ihre handgefertigte Fairtrade-Schokolade ein Abbild der schönsten Berliner Nachbarschaften. Der Prototyp ist klar: der Schillerkiez.

„Auf unserer Liste stehen insgesamt zehn Berliner Kieze und wir haben versucht, möglichst verschiedene Nachbarschaften abzubilden. Zum Beispiel die Brunnenstraße, Nollendorfplatz, Rixdorf oder der Reuterkiez. Die haben alle einen Flohmarkt in der Nähe, deshalb haben wir sie ausgesucht.“

Wie aus Kakaobohnen Schokoladentafeln werden, haben sie sich mit Youtube-Tutorials in ihrer Neuköllner Küche selbst beigebracht. Die Verpackung stammt aus Rays Feder: Orangebraune Fellmonster drängeln sich auf einem Bienenwachstuch – natürlich DIY. SchokoKiez soll möglichst wenig Müll produzieren, erzählt Lena:

„Die Innenverpackung, da ist die Straßenkarte drauf, kann man also auch nochmal benutzen. Und das Wachstuch ganz außen drum kann man bis zu einem Jahr immer wieder verwenden. Das heißt eigentlich, es sind drei Produkte in einem: Du hast die Schokolade, die Straßenkarte und die Bienenwachsverpackung.“

Im Frühsommer soll ZuckerPapi aufmachen. Das Startkapital von 20.000 Euro sammeln Lena und Ray jetzt auf Indiegogo – mit vielen kleinen Dankeschöns für jede Spende.

„Wir haben zum Beispiel den 5 Euro Perk, das ist einfach die Schokolade ins Pergaminpapier gewickelt ohne die Bienenwachsverpackung, weil die kostet natürlich was. Dann haben wir noch die 25 Euro Variante, da kriegt man eine Tafel von jeder Sorte: Wir haben Milchschokoalde, Zartbitter und Bitter. Und wir haben für Geschäftskunden einen geheimen Perk, da kriegen sie dann dreißig Tafeln.“

Spätestens zu Weihnachtssaison gibt es dann alle zehn Kieze zum Verschenken und Vernaschen.

 

Wenn ihr ein Crowdfunding-Projekt kennt, das wir hier auch einmal vorstellen sollen, oder vielleicht selbst eines gestartet habt, dann meldet euch bei uns. Am besten per Mail an krautfunding@fluxfm.de, dann landet es direkt beim Richtigen. Habt bitte Verständnis dafür, dass wir aufgrund der vielen Einsendungen nicht alle Projekte vorstellen können.

Wortredaktion

Lena Mempel
Wortredaktion
Spezialgebiet: Stil, Stadtleben, Popkultur, Crowdfundings – und verganer russischer Zupfkuchen”

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