Rosa Luxemburg
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Zum 100. Todestag von Rosa Luxemburg | Porträt

▷ Letzte Änderung: 2019-01-15
By Ann-Kathrin [FluxFM] |

Sie war eine brillante Rednerin, Journalistin, Sozialistin, Revolutionärin und Mitgründerin der Kommunistischen Partei Deutschlands: Rosa Luxemburg. Am 15. Januar 2019 jährt sich ihr Todestag zum 100. Mal FluxFM-Redakteurin Julia Oberlohr mit einem Portrait.



27 Jahre ist sie alt, als sie in Berlin ankommt: Rosa Luxemburg. Gebürtige Polin, jüdisch, nach schwere Krankheit in der Kindheit leicht gehbehindert. Und: promovierte Volkswirtin, blitzgescheit, charismatisch, leidenschaftlich. Das erste was sie in Berlin macht: heiraten. Aber nicht aus Liebe, um ein Heimchen am Herd zu werden. Rosa Luxemburg geht aus Idealismus eine Scheinehe ein. Denn für Staatsbürger*innen ist der Sozialismus in Deutschland legal, anders als in anderen Ländern, wo Sozialist*innen auch mal am Strick enden. So kann sie kämpfen für ihre Vision der Welt und so mischen sie nebenbei im Handumdrehen die deutsche Sozialdemokratie.

Pazifismus ist eines ihrer zentralen Themen, natürlich auch im Spielfilm über Rosa Luxemburg von Margarethe von Trotta aus den 80er Jahren. Die entschiedene Kriegsgegnerin verbringt auch fast den ganzen ersten Weltkrieg hinter Gittern. Jörn Schütrumpf, Historiker bei der Rosa Luxemburg Stiftung sagt über sie:

Wenn ihre Freunde, nachdem sie wieder mal verurteilt worden war, sie anbettelten, ‚Rosa geh in die Emigration, geh nicht ins Gefängnis‘, dann sagte sie: ‚Tut mir leid, ein Sozialdemokrat flieht nicht, sondern steht zu seinen Taten.‘ Und sie ging wieder ins Gefängnis.

Normalerweise flieht man in diesen Zeiten nach Frankreich. Nicht die Luxemburg. Ihre moralische Integrität ist ihr wichtiger, neun Mal wird sie inhaftiert. Und sie kämpft trotzdem weiter, für Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit. „Fest und klar und heiter sein, ja heiter trotz alledem und alledem, denn das Heulen ist Geschäft der Schwäche“, schreibt sie 1916 an eine Freundin. Diese Lebensphilosophie behält sie bis zur ihrer brutalen Ermordung am 15. Januar 1919 bei. Rund eine Million Menschen nehmen an ihrer Beerdigung teil und die Ideen der Luxemburg leben weiter bis heute.

 

Am 15. Januar 2019 gibt es ab 17 Uhr am Wittenbergplatz eine Lese-Perfomance und um 17:30 Uhr liest Gregor Gysi am Breitscheidtplatz aus Briefen von Rosa Luxemburg. Und für alle, die tiefer in die Rosa Luxemburg Materie eintauchen wollen gibt es die großartige Grafic Novel Red Rosa von Kate Evans.

Redaktion

Julia Oberlohr
Spezialgebiet: Kultur, Politik, Stadtleben und alles, was sonst noch so anfällt.

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Ein Kommentar

  1. Brigitte says:

    Wunderbarer Beitrag!

    Brigitte Potter-Mael, mit derzeitiger Ausstellung „Pflanzen für Rosa“ im Kunstflügel der GEDO-Brandenburg, Rangsdorf

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