Foto: Hadley Hudson
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Kurt Cobain kommt nie ins Nirvana

▷ Letzte Änderung: 2014-04-04
By Sophie [FluxFM] |

Am 5. April vor 20 Jahren starb ein Musiker, der für viele, viele junge Leute eine sehr große Bedeutung hatte: Der Nirvana-Sänger Kurt Cobain. Mit 27 Jahren nahm er sich das Leben und hinterließ seine Frau Courtney Love und seine 2-jährige Tochter Frances Bean. Anna Ellger mit einem kurzen Gedenken an den Grunge-Meister Kurt:
 

Sie lassen ihn einfach nicht gehen. Auch 20 Jahre, nachdem sich Kurt Cobain im Heroinrausch ein Gewehr in den Mund steckte und abdrückte. Noch immer wird er verehrt, noch immer wird versucht, ihn auf unterschiedlichste Art und Weise wieder zum Leben zu erwecken. Gerade kursieren durchs Netz zum Beispiel neue Fotos vom Tatort. Cobains Abschiedsbrief in Großformat, das Spritzbesteck, die völlig heruntergekommene Bude, in der er mit seiner Frau Courtney Love lebte. Alles nochmal ganz nah.

Courtney Love mischt auch mit in der Cobain-Gedächtnis-Industrie. Sie will ein Musical über sein Leben an den Broadway bringen. Das soll sie gemeinsam mit Töchterchen Frances Bean beschlossen haben – aufgrund der zahlreichen Bitten der Fans. Ein Cobain-Comic ist diese Woche erschienen eine Biografie. Und dann sollte es angeblich eine Reunion von Nirvana geben – naja, so wie es eben möglich ist – mit Kurt Cobain als Hologramm auf der Bühne… Die Idee stelle sich dann aber doch als Aprilscherz heraus, aber, wer weiß…

Cover des Kurt Cobain-Comics

Cover des Kurt Cobain-Comics

Aber eigentlich ist es auch kein Wunder, dass so viele wollen, dass er noch bleibt. Denn neben all den Drogen und Exzessen hat Kurt Cobain seinen eigenen Schmerz und den einer ganzen Generation versucht zu artikulieren – und das ganz ehrlich. Er wollte wirklich etwas. Er wollte wirklich rebellieren – gegen die Gesellschaft, die Musikindustrie. Das Bittere daran: Auch die Rebellion lässt sich bestens vermarkten und das haben die Plattenbosse erkannt. Wenn der Umsatz stimmt, ist es egal. Sogar den Begriff des Grunge hat sich irgendein Branchen-Fuzzi ausgedacht. Um eine Schublade zu haben, in die man die Seattle-Posse um Nirvana stecken konnte.

Was sich heute einige Leute krampfhaft als Image zulegen, hat er wirklich gelebt. Sein ernst gemeinter Protest wurde verkauft und die Rebellion hatte nichts rebellisches mehr. Und als er das erkannt hat, war Schluss. Aber sie lassen ihn einfach nicht gehen…

Redaktion

Anna Ellger
Leitung Wortredaktion.

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