
"VisionQuest" - Superhelden-KI mit Identitätsparadoxon | Breitbild
Die neue Marvel-Serie bildet das Ende der sogenannten Wanda-Trilogie - neben Paul Bettany überzeugt vor allem James Spader
18.10.2026 Ron Stoklas
Was macht uns menschlich – und was passiert, wenn künstliche Intelligenz anfängt, sich diese Frage selbst zu stellen? Klingt nach einem fast schon alltäglichen Blick in die Nachrichten, ist aber die Idee hinter der neuen Marvel-Serie VisionQuest. Wie gut KI und Superhelden zusammenpassen hat FluxFM-Serienexperte Ron Stoklas ausgecheckt.
FluxFM-Kritik: Vision als Superhelden-KI mit Identitätsparadoxon
Vision: "Wer bin ich? Ich war ein Avenger. Aber ich bin kein Held mehr.Ich habe sein Gesicht, aber nicht seine Rechtschaffenheit. Alles, was ich habe, ist sein Name."
- Szene aus der Serie VisionQuest
Der Name lautet Vision. Wie viel der Android mit diesem gemein hat, ist offen. Einst zerstört, wieder zusammengebaut und schließlich mit Erinnungsfragmenten der Vorlage gefüttert, stellt er sich die Frage: Wer bin ich - und vor allem was bin ich?
Als wäre dieses Identitätsparadoxon nicht genug, muss sich die Super-KI auch noch mit einem Kopfgeldjäger und anderen Stimmen in seinem Kopf auseinandersetzen. Vision lebt nicht allein in seinem Datenspeicher - dort ebenfalls beheimatet: weitere aus dem Marvel-Universum bekannte künstliche Intelligenzen. Darunter der böse Android Ultron, der einst die Menschheit auslöschen wollte.
Ultron: "Du bist ein Geist. Du hängst an Fäden. Doch jetzt bist du frei."
Vision: "Ultron, du bist unfassbar grausam und gefühllos."
Ultron: "Und doch bin ich hier. Ich geistere immer noch in deinem Kopf herum und zahle keinen Cent Miete."
- Szene aus der Serie VisionQuest
Superhelden-KI und die Frage nach Liebe, Familie und Trauer
Das Spannende an VisionQuest: Die Serie lässt künstliche Intelligenzen über Liebe, Trauer, Familie und Menschlichkeit philosophieren - passend zur gesamten Vorgeschichte der Figur von Visiuon. Die Superhelden-KI gehört seit dem zweiten Avengers-Film Age of Ultron zum MCU-Ensemble, war dabei zuletzt eil der Serie WandaVision.
Diese bildete einst den Auftakt der sogenannten Wanda-Trilogie (WandaVision, Agatha All Along, VisionQuest), welche mit der neue Show ihr Ende findet. Im Mittelpunkt der Reihe standen dabei immer wieder die Mitglieder der ungewöhnlichen Maschinen-Hexen-Familie von Wanda Maximoff und Vision. So auch im Fall von VisionQuest. Mit dem von Ruaridh Mollica gespielten Thomas Shepherd taucht eine Figure auf, die eine merkwürdige Verbindung zu Vision spürt.

Fazit: VisionQuest als gelungenes Ende der Wanda-Trilogie
Für Schauspieler Paul Bettany ist es der mittlerweile sechste Auftritt als Android Vision - und es ist mal wieder ein überzeugender Auftritt. Wobei ihm dieses mal jedoch vor allem James Spader als intellektueller, menschenverachtender Ultron regelmäßig die Show stiehlt. Ihre Wortgefechte sind grandios. Dazu kommt ein herrlich schräges Produktionsdesign. Die KIs erleben wir in Form menschlicher Avatare, die in einem Haus leben, das zugleich zum Spiegel ihres Innenlebens wird - und darüberhinaus den Gesundheitszustand beziehungsweise die Funktionstüchtigkeit von Android Vision spiegelt.
Insgesamt gelingt VisionQuest ein spannender Spagat: die Serie liefert nicht nur die erwartete Marvel-Action, sondern befasst sich auch - mal witzig, mal verblüffend emotional - mit philosophischen Fragen.
Mehr Serien im FluxFM-Programm
Das Breitbild zu VisionQuest wurde erstmals am 14. Oktober 2026 im FluxFM-Programm ausgestrahlt.



















