
Ellur - At Home In My Mind | Album der Woche
Northern Grit & Intimität
08.02.2026 Daniel Meinel
Zwischen "Northern Grit" und großen Pop-Gesten: Die Britin Ellur liefert mit ihrem Debüt den perfekten Soundtrack für die "Anxious Generation".
Es gibt Alben, die sind für den Hintergrund gemacht, und es gibt Alben, die fordern Aufmerksamkeit. Das Debüt von Ella McNamara, besser bekannt als Ellur, gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Mit At Home In My Mind verabschiedet sich die Musikerin aus Halifax endgültig vom Label "Bedroom-Pop-Geheimtipp" und liefert ein Indie-Folk/Rock Album, das reif für die großen Bühnen ist.
Von Pubs-Performances auf die großen Bühnen
Ellur - At Home In My Mind
Rezension I
Ellur hat sich ihren Status in der Musikszene von Leeds und Yorkshire hart erarbeitet – durch unzählige Gigs in kleinen Pubs und als Support für die Kaiser Chiefs. Dass ihr Vater Richard McNamara (Gitarrist der Kultband Embrace) ebenfalls Musiker ist, hört man zwar an ihrem Gespür für Stadion-taugliche Hooks, doch den "Northern Grit" – die raue Ehrlichkeit ihrer Heimat – hat sie sich selbst erspielt.
Produziert von Joel Johnston (Far Caspian), tauscht Ellur auf dem Debüt polierte Pop-Sounds gegen organische Drums und schrammelige Gitarren. Der Titelt At Home In My Mind ist dabei fast ironisch zu verstehen: Statt einem gemütlichen Rückzugsort beschreibt Ellur ihren Kopf als chaotischen Raum voller Unsicherheiten und Ängste.
Ellur schafft den Spagat zwischen 90s-Nostalgie und modernem Indie-Sound. Ein Album, das viele Facetten zeigt und Ellur der Welt als eine Künstlerin präsentiert, die mit Ehrlichkeit, Verletzlichkeit und ein bisschen Glück, zur Stimme einer Generation werden kann.
Im Radio: 2. Februar - 8. Februar 2026