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Hildur Guðnadóttir
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20 Jahre nach dem Debüt erscheint das neue Orchesteralbum „This Will Be Us“ | Interview mit Hildur Guðnadóttir

Oscar-Preisträgerin Hildur Guðnadóttir blickt zurück

22.10.2026 Daniel Meinel


Die isländische Ausnahme-Komponistin Hildur Guðnadóttir gehört spätestens seit ihren oscar- und grammyprämierten Soundtracks zu „Joker“ und „Chernobyl“ zur absoluten Weltspitze. Am 23. Oktober 2026 veröffentlicht sie nun bei der Deutschen Grammophon ihr neuestes Werk: das Orchesteralbum This Will Be Us. Im Interview mit Musikredakteur Daniel Meinel blickt die Künstlerin auf zwei Dekaden musikalischen Schaffens zurück und verrät, warum dieses Album das persönlichste Geschenk an ihr eigenes jüngeres Selbst ist.

„Lost in Hildurness“ und das große Sinfonieorchester

Vor genau 20 Jahren, im Jahr 2006, erschien Guðnadóttirs erstes Album Mount A. Damals spielte sie das Werk noch ganz allein auf dem Cello ein und veröffentlichte es unter dem Pseudonym „Lost in Hildurness“, da sie den Freiraum brauchte, um ihre eigenen Gedanken zu hören. Es war ihr Freund Skúli Sverrisson, der sie damals überreden musste, diese Musik mit der Außenwelt zu teilen.

Mit This Will Be Us schließt sich nun ein Kreis: Guðnadóttir, die auf der Platte selbst am Cello zu hören ist, wird vom Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (DSO Berlin) unter der Leitung von Robert Ames begleitet. Das Album umfasst majestätische Orchesterfassungen von acht Stücken ihrer früheren Werke Mount A, Without Sinking und Saman, darunter Fan-Favoriten wie „In Gray“, „Erupting Light“ und „Bær“. Ergänzt wird die Tracklist durch die beiden brandneuen Kompositionen „Blind Sarabande“ und „The Song That Never Was“.

Licht, Dunkelheit und Weggefährten

Wie essenziell familiärer und freundschaftlicher Rückhalt für ihre persönliche Musik ist, betonte die Isländerin bereits in der Vergangenheit. Auch das neue, von ihr selbst produzierte Album ist ein Werk von vertrauten Weggefährten: Aufgenommen, abgemischt und gemastert wurde es von ihrem langjährigen Begleiter Francesco Donadello. Das markante Cover-Artwork „The purple sun for Hildur“ stammt von dem renommierten Künstler Ólafur Elíasson.

Die Filmemacherin Sarah Polley, die den Begleittext zur Platte verfasste, fasst die Atmosphäre des Albums treffend zusammen: „Hildur scheut keine Dunkelheit, sie beleuchtet den Pfad, der hindurchführt – ganz bewusst“. Die Stücke gewinnen in der Orchesterfassung neues Leben, neue Weite und ein tiefes Gefühl von Gemeinschaft.

Live in Berlin und Re-Releases auf Vinyl

Wer den imposanten Klang von This Will Be Us live erleben möchte, hat am 25. Oktober 2026 die Gelegenheit dazu: Zwei Tage nach dem Release feiert Hildur Guðnadóttir das Album mit einem exklusiven Launch-Event in der Berliner Philharmonie.

Zusätzlich dürfen sich Fans und Sammler freuen: Zum 20-jährigen Jubiläum hat die Deutsche Grammophon bereits im Juli Guðnadóttirs drei frühere Alben auf Vinyl neu aufgelegt. Damit ist ihr wegweisendes Debüt Mount A nun erstmals überhaupt als LP erhältlich.

Ausgestrahlt am 23. Oktober 2026.