
"Es muss immer ein Stück Positivität durchscheinen" | Archive im Interview
Neues Album "Glass Minds" erscheint heute
27.02.2026 Daniel Meinel
Heute ist ein Feiertag für Fans tiefgründiger, cineastischer Klanglandschaften: Das legendäre Londoner Kollektiv Archive meldet sich mit seinem 13. Studioalbum Glass Minds zurück. Nach über 30 Jahren Bandgeschichte beweist die Formation um Darius Keeler und Danny Griffiths einmal mehr, dass sie sich stilistisch niemals festnageln lässt.
Wer Archive kennt, weiß: Stillstand gibt es nicht. War das 2022er-Triple-Album Call to Arms & Angels noch stark von der drückenden Schwere der globalen Pandemie geprägt, schlägt Glass Minds bewusst andere Töne an. Das neue Werk, erschienen über das bandeigene Label Dangervisit (via [PIAS]), atmet eine expansive, fast schon erhebende Atmosphäre.
Initiator für diesen Wandel war der Track „Patterns“. Laut Mastermind Darius Keeler erinnerte die minimalistische Kraft dieses Songs die Band an ihre frühesten Tage und das 1996er-Debüt Londinium. Die Herangehensweise? Ein schwerer Rhythmus gepaart mit einer Melancholie, die direkt die Seele durchdringt. Für zusätzliche emotionale Tiefe ließ sich Keeler von Edward Elgars klassischem Werk Nimrod inspirieren und integrierte majestätische Blechbläser in den ansonsten oft reduzierten, Down-Tempo-orientierten Sound.
Das Kollektiv spielt auch auf Glass Minds seine größte Stärke aus: die stimmliche und stilistische Vielseitigkeit. Die Vorab-Single „Look At Us“ besticht durch treibende Motorik-Vibes, ein insistierendes Gitarrenriff und düstere Lyrics, die als Reflexion unserer zunehmend verzerrten Welt dienen. Passend dazu lieferte Regisseur Maxim Kelly ein visuell beeindruckendes Schwarz-Weiß-Video im Southern Gothic-Stil, das durch seine Doku-Optik clever mit dem Thema Täuschung spielt.
Daniel Meinel hat das Kollektiv genau heute, am Tag der Veröffentlichung, zum Interview zu treffen. Freut euch auf ein tiefgehendes Gespräch, in dem wir mit Darius, Pollard und Dave über die Entstehung von Glass Minds gesprochen haben.
Die Band spricht darüber, wie viel Mut es kostet, sich in einem achtminütigen Track völlig verletzlich zu zeigen, wie die Band klassische Einflüsse mit Rap und Electro-Pop verwebt und warum gerade in Zeiten von Fake News und Zynismus die Musik ihr wichtigster Anker bleibt.
