Not for Broadcast | DaddeltippNot for Broadcast | Daddeltipp
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Not for Broadcast | Daddeltipp

Nachrichten-Simulator trifft Fake News

08.03.2022 Ron Stoklas

Wer das Fernsehen kontrolliert, bestimmt die Meinungsbildung. In Ländern mit autoritären Regierungen wird deshalb aus dem Lieblingssender schnell ein Propaganda-Programm. Hier wird die Wahrheit ganz schnell individuell zurecht gedreht. Die Simulation Not For Broadcast will das erfahrbar machen. FluxFM-GameBoy Ron Stoklas hat im Spiel die Kontrolle eines TV-Senders übernommen und entschieden, was die Menschen zu sehen bekommen – und was nicht.

Der Daddeltipp zu Not for Broadcast zum anhören:
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Willkommen bei den National Nightly News

Viele Knöpfe, überall blinkende Lichter und diverse Regler zum drehen - Willkommen im Sendestudio der National Nightly News. Spielt für euch eigentlich keine Rolle, denn im Spiel Not for Broadcast seid ihr eine Reinigungskraft und wollt den Laden nur entstauben. Daraus wird nix.

“Alright Mate. Dave here. Listen, I know you only come in to clean the place, , but i got a bit cought up. So äh, you gonna have to run the news tonight.”

Gesagt, getan! Nach einem kurzen Tutorial übernehmt ihr das Mischpult – und damit das Programm. Euer Ziel: Viele Zuschauer:innen begeistern. Die Beiträge sind vorgegeben. Wie sie über die Mattscheibe flimmern, liegt bei euch. Ihr wählt aus vier Kameraperspektiven und setzt Zitate und Reaktionen in Szene. Außerdem wählt ihr die Werbung aus, verhindert Störsignale und müsst Schimpfwörter wegpiepen – teils parallel.

Zwischen Trash und Populismus

Oder auch nicht. Das laute "Fuck" eines besoffenen Politikers könnte Quote bringen. Das Game selbst spielt in einem fiktiven 80er-Jahre England. Gerade wurde gewählt – eine populistische Partei hat gewonnen. Blöd für euch: Sie wollen, dass ihr die News nach ihren Vorgaben gestaltet. Weigert ihr euch, könntet ihr gefeuert werden. Fingerspitzengefühl ist gefragt. Neben Politik geht es um Sport, Kultur und Promis - schön tendenziös und Gossip-geladen.

Not for Broadcast ist ein Full Motion Video. Heißt: Auf eurem Bildschirm verschwimmen das virtuelle Studio mit den verkieselten Film- und Werbeclips, die mit echten Menschen gedreht wurden. Alles satirische Clips mit Overaction, übergroßen Anzügen und 80er-Aerobic-Outfits. Trash Deluxe! Schnell erwischt man sich hier dabei, unpassende Zitate durchzuwinken oder Personen peinlich darzustellen – alles für die Quote.

Fazit: Satirischer Blick auf ein ernstes Thema

Zeitgleich liefert das Spiel, bei allem britischen Klamauk, eine ernste und persönliche Story. Beim Spielen stellt sich die Frage, ob ihr Teil des Systems sein wollt oder die Macht der Regler zum Protest nutzt. Damit liefert Not for Broadcast auf satirische Weise einen Einblick, wie ein totalitäres Regime Medien beeinflusst.

Not for Broadcast von Entwicklungsstudio NotGames und Publisher tinyBuild ist für den PC erschienen und kostet zum Release rund 21 Euro.