Frisch gepresst - 25.11.2022Frisch gepresst - 25.11.2022
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Frisch gepresst - 25.11.2022

Mit Karo Lynn, PALE und Stella Sommer

25.11.2022

Karo Lynn - a line in my skin

Manche Phänomene sind schwer zu erklären. Oder wisst ihr, weshalb der Osten Deutschlands so überdurchschnittlich viele Indie-Perlen zum Vorschein bringt? Kraftklub, Blond, die Kerzen - alles Überflieger aus Sachsen bzw. Meck-Pomm. Und schon gibt es den nächsten Wirbel: Karo Lynn. Noch bespielt die Leipzigerin kleine Bühnen – aber sicherlich nicht mehr lange. Ihre unverwechselbar tiefe Stimme geht durch Mark und Bein. Sie betrachtet auf ihrem dritten Album a line in my skin die Welt mit originellem Blick - und verpackt ihre Alltagsbeobachtungen in düsterem Indie-Folk.

PALE - The Night, The Dawn And What Remains

Nach der Bandauflösung 2012 wollten PALE nie mehr einen Song schreiben. Doch die Willkür des Schicksals kann so überwältigend sein, dass selbst totgesagte Bands wieder zueinander finden: 2019 erfahren Gitarrist Christian Dang-anh und Schlagzeuger Stephan Kochs zeitgleich, dass sie unheilbar krank sind. Die sich aufdrängende Vergänglichkeit führt zur Erkenntnis: PALE wollen die verbleibende Zeit nutzen. Und so entsteht das unverhofft letzte Album: The Night, The Dawn And What Remains. Eine Platte, geladen mit elektrisierendem Indie, der an Freundschaft und Leichtigkeit appelliert - in Gedenken an den verstorbenen Christian, veröffentlicht genau drei Jahre nach den schicksalhaften Diagnosen.

Stella Sommer - Silence Wore a Silver Coat

Ein bisschen Stella Sommer im Winter und das Herz wird weich. Der Hamburger Singer-Songwriterin ist ein Album zum Dahinschmelzen gelungen, allen Temperaturen zum trotz. Dabei liegt die Messlatte hoch: Vier hoch gelobte Alben mit ihrer Band Die Heiterkeit und zwei nicht minder gefeierte englischsprachige Soloplatten hat Sommer bereits im Repertoire. Mit Silence Wore a Silver Coat übertrumpft sie sich nun selbst. Die kluge Popmusik meistert den Spagat zwischen heiter und bedrückend, neblig und klar. Stella Sommer liefert Weltschmerz zum Mitwippen in Form eines wunderbar weitläufigen Doppelalbums.