
James Blake - Trying Times | Album der Woche
Gemeinsam gegen den Wahnsinn
23.03.2026 Micha Gehrig
James Blake ist zurück – und er hat die Ketten gesprengt. Nach Jahren im goldenen Käfig der Major-Labels meldet sich der britische Sound-Visionär mit einem Album zurück, das nicht nur musikalisch, sondern auch strukturell eine Revolution einläutet und ein echtes Manifest der Unabhängigkeit ist.
Die Industrie als „Gehirnwäsche“
Eigentlich hatte James Blake alles: Grammys, Kollaborationen mit Kendrick Lamar und Beyoncé, Weltruhm. Doch der Preis war hoch. In den letzten Jahren wurde Blake zu einer der lautesten Stimmen gegen ein Musiksystem, das Künstler:innen wie Content-Maschinen behandelt. Sein Vorwurf: Labels suchen heute keine Musiker mehr, sondern Influencer.
James Blake - Trying Times
Mit seinem neuen Album zieht er die Reißleine. Er hat das Major-System verlassen und vertreibt seine Musik nun auch direkt über die Plattform Vault an seine Fans. Für Blake ist es der „ultimative Gewinn an Seelenfrieden“. Er besitzt seine Master-Rechte wieder selbst und bestimmt das Tempo seiner Kreativität ohne Algorithmus-Druck.
Der spirituelle Nachfolger des Debüts
Musikalisch schließt sich mit dieser Platte ein Kreis. Viele Fans und Kritiker sehen in dem neuen Werk den „spirituellen Nachfolger“ seines legendären Debütalbums von 2011. Blake kehrt zurück zu den Glitches, den minimalistischen elektronischen Experimenten und dieser ganz speziellen Melancholie, die ihn einst berühmt machte.
James Blake beweist mit diesem Album, dass man das System nicht nur kritisieren, sondern es auch verlassen und dabei musikalisch über sich hinauswachsen kann. Ein Muss für alle, die Musik wieder als Kunst und nicht als „Content“ begreifen wollen.
Hier könnt ihr unser Album der Woche als Vinyl-Version gewinnen:
Im Radio: 23. März - 29. März 2026
