Robyn - Sexistential | Album der Woche

Robyn - Sexistential | Album der Woche

(S)existenzille Eigenermächtigung

05.04.2026 Micha Gehrig

Acht Jahre nach ihrem sphärischen Club-Album „Honey“ meldet sich die schwedische Pop-Ausnahmekünstlerin zurück. Mit Sexistential liefert Robyn nicht nur ein klangliches Comeback, sondern das Dokument einer radikalen persönlichen Neuerfindung. Ein kluges und zutiefst ehrliches Album über Unabhängigkeit, Lust und das Älterwerden.

Manchmal muss man erst alles auf null setzen, um neu anzufangen. Für Robyn begann die Arbeit an Sexistential an genau so einem Nullpunkt: Nach dem Ende einer langjährigen Beziehung stand sie vor der Aufgabe, ihr Leben komplett neu auszurichten. Sie entschied sich bewusst für die alleinerziehende Mutterschaft durch künstliche Befruchtung (IVF). Durch diesen Schritt entkoppelte sie das Kinderkriegen von der romantischen Liebe – eine Befreiung, die den Grundstein für das neue Album legte.

Der Titel Sexistential begann dabei laut Robyn als reiner Wortwitz, entwickelte sich aber schnell zur inhaltlichen Klammer der Platte. Die Songs starteten als Überlebensstrategie und wuchsen zu einer euphorischen Feier des Neuanfangs heran.

Robyn - Sexistential

Rezension I

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Klanglich markiert das Album eine Abkehr von den fließenden Texturen des Vorgängers Honey und eine Rückkehr zu lupenreinen, klar strukturierten Pop-Kompositionen. Thematisch seziert Robyn das Spannungsfeld zwischen rationaler Wissenschaft und roher Emotion.

Hier könnt ihr unser Album der Woche als Vinyl-Version gewinnen:

Im Radio: 30. März - 5. April 2026