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Mutig, gejagt, unbeugsam: Was Whistleblower antreibt

Regisseur Marc Bauder über seinen Dokumentarfilm „Whistleblower”

16.10.2026

Ihm drohten bis zu 50 Jahre Haft. Daniel Hale hatte interne Dokumente der US-Regierung an ein investigatives Nachrichtenportal weitergegeben. Sie sollen zeigen, dass im Drohnenkrieg in Afghanistan und im Irak weitaus mehr zivile Opfer in Kauf genommen wurden als bekannt. Hale ist einer der Menschen, um die es im neuen Dokumentarfilm „Whistleblower” von Marc Bauder geht.

Im Film begleitet er drei Whistleblower:innen. Ihn interessierten dabei weniger die bekannten Geschichten als die Menschen dahinter: Was treibt sie an? Und was passiert mit ihnen, nachdem sie an die Öffentlichkeit gegangen sind?

Gejagte und Jäger

Spannend ist auch die Gegenseite. Im Film kommt ein ehemaliger Sicherheitsberater aus dem Weißen Haus unter Trump zu Wort. Er verteidigt seine Position offen und ausführlich: Der Staat müsse entscheiden, welche Informationen an die Öffentlichkeit dürfen. Marc Bauder sieht das anders und plädiert dafür, dass die Öffentlichkeit entscheidet, gemeinsam mit Journalist:innen, die Informationen prüfen und einordnen.

Mut, der ansteckt

Drei Jahre hat der Film gedauert, gedreht und geschnitten wurde parallel. Das Material blieb zunächst bei Journalist:innen und Anwält:innen, damit niemand gefährdet wird. Marc Bauder wollte bewusst ein positives Signal senden. Keine:r der Whistleblower:innen, die er getroffen hat, bereue den Schritt, auch nicht nach Gefängnis oder einem angezündeten Auto.

Im Gespräch geht es außerdem um die Frage, was wir von diesen Menschen lernen können. Denn wir alle haben einen inneren Kompass und merken, wenn etwas nicht stimmt. Und warum ist es für manche ein Schutz, mit dem eigenen Namen an die Öffentlichkeit zu gehen, während andere besser anonym bleiben?

Das ganze Gespräch hört ihr in der Sendung.

Whistleblower live erleben

„Whistleblower” startet morgen in den deutschen Kinos. Vom 20. bis 22. Oktober gibt es Veranstaltungen in Berlin, bei denen Marc Bauder dabei ist. Werft mit dem Betreff „Whistleblower” euren Namen in den Lostopf.