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Mutter, Lehrerin und Autorin: Jeannette Deckers spricht sich für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche aus. Jeannette Deckers

Social Media? "Für mich eine Einstiegsdroge" | Autorin Jeannette Deckers im Interview

Gespräch über das Buch "Schutzlos digital", Medienbildung und die Forderung nach einem Social-Media-Verbot für Kinder

06.10.2026 Ron Stoklas

Smartphone, TikTok und Co. gehören für Kinder und Jugendliche längst zum Alltag. Aber wie viel davon ist eigentlich zu viel - und was macht diese ständige digitale Reizüberflutung eigentlich mit den Kids? Jeannette Deckers hat die Auswirkungen erlebt - und darüber das Buch Schutzlos digital geschrieben.

Im Buch fasst Deckers nicht nur ihre Erfahrungen aus dem Schulalltag zusammen - sie stellt auch eine radikale Forderung: Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren, sollte die Nutzung von Social Media Angeboten verboten sein. FluxFM-Moderator Ron Stoklas hat sich mit Deckers unterhalten.

Schule vs. Social Media: "TikTok Videos einfach viel spannender"

Deckers selbst erlebt die Auswirkungen von Social Media auf Kinder und Jugendliche auf verschiedensten Wegen - im Privaten als Mutter, aber auch im beruflichen. Sie hat Lehrerin in Nordrhein-Westfalen gearbeitet und konnte dabei hautnah beobachten, wie sich das Verhalten ihrer Schülerinnen und Schüler verändert hat – und dabei auch Entwicklungen beobachten, die ihr Sorgen machen.

"Es zeigt sich ja überall, auch in Studien, dass Kinder immer unkonzentrierter sind. Dass sie müde sind, weil sie die Nacht am Handy gehangen haben. Dass vieles, was in der Schule auf sie trifft, uninteressant erscheint, weil die TikTok-Videos einfach viel spannender sind und man diese auch einfach wegwischen kann, wenn es nicht spannend ist. Das funktioniert im Unterricht nicht so. Ja, es ist ein Riesenproblem, dagegen anzukommen. Die Grundlagen, die Kinder und Jugendliche mit in die Schule bringen, sind andere, als es vor Jahren der Fall war." - Deckers im FluxFM-Interview

Gefährliche Social-Media-Welt: Wie lassen sich Kinder schützen?

Wenn es darum geht das soziale Medien die psychische und soziale Entwicklung von Kindern beeinflussen, sind sich Politik, Wissenschaft und auch viele Eltern einig. Die Frage ist nur: Wie lassen sich Kids schützen?

Eine Möglichkeit, die seit geraumer Zeit diskutiert wird: Ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Unterstützt wird dies von Jeannette Deckers. 2024 hat sie eine entsprechende Petition für ein Verbot für alle unter 16 Jahren gestartet. Bis heute haben mehr als 160.000 Menschen unterzeichnet.

"Ich bin weit davon entfernt zu sagen, Kinder sollen keine Medien nutzen. Das wird ja oft so in einen Topf geschmissen. Was gefährlich ist, ist Social Media. Und ich bin der Meinung, dass wir Social Media nicht Kinder sicher regulieren können." - Deckers im FluxFM-Interview

EU Kommission will die Social-Media-Nutzung neu regeln

Auch die EU Kommission will die Social-Media-Nutzung durch Minderjährige neu regeln. Dazu wurde im September der sogenannte EU Kids Act vorgestellt. Das Ziel aus Sicht der Politik: Minderjährige sollen vor Risiken sozialer Medien und suchtfördernden Mechanismen auf Plattformen wie TikTok, Snapchat und Instagram geschützt werden.

Eine Maßnahme sieht vor, dass Kinder unter 13 Jahren soziale Medien nicht nutzen dürfen, anschließend zunächst nur unter der Aufsicht ihrer Eltern. Eigene Konten sollen erst mit 15 Jahren erlaubt sein. Darüber hinaus gelten bis zur Volljährigkeit starke Schutzvorgaben. Aus Sicht von Autorin und Lehrerin Jeannette Deckers reicht das nicht aus - es verschiebt lediglich das Problem und die Verantwortung.

"Es ist schon passend, dass sie das Einstiegskonten nennen. Für mich ist es eine Einstiegsdroge. Es soll zum Beispiel so sein, dass die Eltern die Kontakte der Kinder dann freigeben sollen. (...) Wie sicher das zur Sicherheit der Kinder im Alltag funktioniert, da bin ich sehr skeptisch. Also, ich denke, das wird dann irgendwann sein 'Ja, komm, gib dir die Kontakte selber frei. Du machst das schon, übernimmst die Verantwortung'. Letztendlich lastet dann der Druck genauso auf den Schultern der Eltern, wie es momentan auch der Fall ist." - Deckers im FluxFM-Interview

Was Deckers noch über die Pläne der Politik sagt, inwiefern die Tech-Konzerte stärker für ihre Plattformen haftbar gemacht werden sollten und wie die Lehrerin zum Thema Medienbildung in Schulen steht, hört ihr im kompletten Interview oben auf der Seite.

Das Interview mit Jeannette Deckers wird in Auszügen in der Woche vom 05.-11.10.2026 im FluxFM-Programm ausgestrahlt. Oben auf dieser Seite gibt es das komplette Gespräch zu hören. Das Buch "Schutzlos digital" von Deckers ist im September 2026 im Droemer Knauer Verlag erschienen. Kostenpunkt: 18 Euro in der Paperback-Variante, 15,99 Euro als E-Book.