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175 Jahre Berliner Feuerwehr: Wie alles begann | Berliner Schnipsel

Warum Berlin im 19. Jahrhundert zum Labor moderner Feuerwehrarbeit wurde.

18.06.2026 Matti Geyer

Die Berliner Feuerwehr feiert ihren 175. Geburtstag. Doch der Weg dorthin war lang.

Jahrhundertelang waren Brände in Berlin eine ständige Bedrohung. Enge Fachwerkhäuser, offene Feuerstellen und fehlende Löschstrukturen sorgten dafür, dass sich Flammen oft ungehindert ausbreiten konnten. Zwar gab es bereits seit 1618 eine Feuerordnung und ab 1706 ein erstes Spritzenhaus, doch eine organisierte Feuerwehr existierte noch nicht.

Erst mehrere verheerende Brände führten zum Umdenken. Besonders der Brand des Opernhauses Unter den Linden im Jahr 1843 machte deutlich, dass freiwillige Strukturen nicht mehr ausreichten. Daraufhin erhielt Bauinspektor Ludwig Scabell den Auftrag, eine moderne Berufsfeuerwehr aufzubauen.

Scabell revolutionierte die Brandbekämpfung. Statt Brände von außen einzudämmen, sollten Feuerwehrleute direkt ins Gebäude vordringen und den Brandherd bekämpfen. Neue Feuerwachen entstanden, rund 1.000 Männer wurden ausgebildet und Berlin entwickelte sich zu einem Vorreiter moderner Feuerwehrtechnik.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte die Stadt über das weltweit erste elektrische Feuermeldenetz. Wenig später kamen ein ausgebautes Wasserleitungsnetz und tausende Hydranten hinzu. Die Berliner Feuerwehr wurde damit zum Vorbild für viele andere Städte.

Zum Jubiläumsjahr finden zahlreiche Veranstaltungen statt, darunter Tage der offenen Tür, Sportveranstaltungen und der offizielle Festakt „175 Jahre Berliner Feuerwehr“. Gemeinsam mit Stadtführer Matti Geyer blicken wir auf die spannende Geschichte einer Institution, die Berlin bis heute prägt.