
"The Pitt" - Kräftezehrender Krankenhausalltag in Serienform | Breitbild Kritik
Die Serie von HBO Max betrachtet das Krankenhaussystem der USA komprimiert auf eine Schicht in der Notaufnahme
13.01.2026 Ron Stoklas
Der deutsche Streamingmarkt wird größer: Am 13. Januar 2026 startet hierzulande HBO Max, der Streamingdienst von Warner Bros.. Damit ist die Heimat von Serien wie Game of Thrones, The White Lotus, The Last of Us nach Jahren auch endlich in Deutschland für Serienfans verfügbar.
Direkt zum Start gibt es beim neuen Streamer auch eine der vielleicht besten Serien des zurückliegenden Jahres als Deutschlandpremiere zu sehen: The Pitt. Neben positiven Bewertungen durch Presse und Zuschauer*innen, gab es auch diverse Preise - darunter die Auszeichnungen als Beste Drama-Serie bei den Golden Globes und Emmys. FluxFM-Serienchecker Ron Stoklas mit der FluxFM-Kritik.
FluxFM-Kritik: Druck als Dauerzustand im Krankenhaus
Eine 15-stündige Schicht in der Notaufnahme mit kollegialem Drama, kuriosen Patient*innen und blutigen, teils ekligen Fällen. Das ist die Drama-Serie The Pitt. Es geht um eine Schicht in der Notaufnahme des Pittsburgh Trauma Medical Hospital - kurz das The Pitt. Im Dienst: Dr. Michael Robinavitch aka Dr. Robby, der Oberarzt der Notaufnahme, Dana Evans als Pflegeleitung und - neben anerem medizinischen Personal - ein paar neue Medizinstudent*innen.
Während andere Krankenhausserien oft nur einen möglichst drastischen Fall pro Folge beleuchten, lässt sich The Pitt Zeit. Jede Episode widmet sich einer Arbeitsstunde im Lauf der Schicht. Das Adrenalinlevel steht daher auch nicht dauerhaft bei 110 Prozent, sondern hat Ausschläge nach oben und unten. Geboten wird das komplette Spektrum der Krankenhausarbeit, mit tragischen Geschichten zum Mitfiebern, Momenten, in denen es um Leben und Tod geht, aber auch eher absurde Untersuchungen.
Fazit zu "The Pitt": Packend, intensiv und menschlich
Zwar steht die Schicht der Notaufnahme im Mittelpunkt, The Pitt betrachtet dabei aber auch den Druck, der auf dem Personal liegt. Sei es durch Misserfolge, wenn einem jemand unter den Fingern wegstirbt, wenn wartende Patient*innen zu übergriffigen Quälgeistern werden oder wenn sich Erlebnisse in posttraumatischen Belastungsstörungen widerspiegeln. Druck entsteht aber auch durch das Gesundheitssystem der USA, in dem Krankenhäuser mehr Businessort als Genesungsstätte sind und Behandlungen möglichst effizient sein müssen.
Den kräftezehrenden Krankenhausalltag spürbar machen - The Pitt gelingt dies sowohl in der ersten als auch der neuen zweiten Staffel auf eindrucksvolle und intensive Weise. So freut man sich beim Schauen nicht nur über eine gelungene Operation, man leidet auch mit den Figuren und spürt ihre physische und psychische Anspannung.



















