Was für ein Leben
In der FluxFM-Rubrik „Was für ein Leben“ erzählen Menschen ihre außergewöhnlichen Lebensgeschichten – ehrlich, bewegend und voller Geschichte. Wir halten Erinnerungen fest, bevor sie verloren gehen.

Wie ein kleines Mädchen Ghetto, Hunger und Todeslager überlebte.
03.08.2026 Matti Geyer
Assia Gorban wird 1933 als Assia Klurfeld im heutigen Mohyliw-Podilskyj in der Ukraine geboren. Sie ist erst sieben Jahre alt, als deutsche Truppen und ihre Verbündeten ihre Heimat besetzen. Ihre jüdische Familie wird zunächst in ein Ghetto gezwungen und später in das rumänisch verwaltete Todeslager Petschora deportiert. Hunger, Krankheiten, Gewalt und der Tod bestimmen von nun an ihren Alltag.
Dass Assia den Holocaust überlebt, verdankt sie vor allem ihrer Mutter. Schon vor der Deportation denkt sie voraus, versteckt Geld in der Kleidung ihrer Tochter und organisiert immer wieder Lebensmittel. Im Ghetto besticht sie Wachen, tauscht Habseligkeiten gegen Essen und riskiert ihr Leben, um ihre Familie zu versorgen.
Auch im Lager gibt sie nicht auf. Zweimal versucht sie gemeinsam mit ihrer Tochter zu fliehen. Beim ersten Mal werden sie verraten, schwer misshandelt und sollen hingerichtet werden. Doch erneut gelingt es ihr, Wachen zu bestechen. Beim zweiten Fluchtversuch überwinden Mutter und Tochter den Lagerzaun und entkommen über einen Fluss – eine Entscheidung, die Assia das Leben rettet.
Nach dem Krieg endet ihr Leid nicht. Als Jüdin erlebt sie auch in der Sowjetunion Diskriminierung und Ausgrenzung. Erst Jahrzehnte später führt ihr Weg nach Berlin. Seit vielen Jahren berichtet sie als Zeitzeugin unermüdlich über ihre Erlebnisse, besucht Schulen und erinnert daran, wohin Hass und Antisemitismus führen können. Heute trägt sogar eine Berliner Kita ihren Namen.
In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Assia Gorban über ihre Kindheit im Holocaust, den außergewöhnlichen Mut ihrer Mutter, das Überleben von Ghetto und Todeslager, den schwierigen Neuanfang nach dem Krieg und darüber, warum Erinnern heute wichtiger ist denn je.

Wir kennen das alle: Wenn man jung ist, will man die alten Geschichten von Mama, Papa, Oma, Opa, Tante oder Onkel oft nicht hören – und irgendwann ist es zu spät.
Deshalb wollen wir bei FluxFM mit Menschen sprechen, die gelebte Geschichte sind. Menschen, deren Biografien berühren, überraschen oder einfach unglaublich sind. Wir wollen ihre Erinnerungen festhalten – für uns, für euch, für die Nachwelt.
Ihr kennt jemanden, der oder die immer verrückte Anekdoten erzählt, Spannendes erlebt hat oder einfach ein besonderes Leben geführt hat? Dann schreibt an matti.geyer@fluxfm.de – vielleicht hört ihr die Geschichte bald bei uns in der Reihe „Was für ein Leben“.
In der FluxFM-Rubrik „Was für ein Leben“ erzählen Menschen ihre außergewöhnlichen Lebensgeschichten – ehrlich, bewegend und voller Geschichte. Wir halten Erinnerungen fest, bevor sie verloren gehen.