
"Etwas ganz Besonderes" - Familiendrama in der Thüringer Provinz | Breitbild
Nach der Weltpremiere bei der Berlinale im Februar startet der neue Film von Regisseurin Eva Trobisch jetzt im Kino
09.07.2026 Ron Stoklas
Mit Alles ist gut hat Eva Trobisch 2018 einen der wohl meistdiskutierten Debütfilme der letzten Jahre veröffentlicht. Jetzt ist die Regisseurin und Drehbuchautorin mit dem Film Etwas ganz Besonderes zurück. Nachdem die Weltpremiere ihm Rahmen der diesjährigen Berlinale gefeiert wurde, startet Etwas ganz Besonderes am 09. Juli 2026 in den deutschen Kinos. FluxFM-Filmexperte Ron Stoklas mit der Kritik.
FluxFM-Kritik: Familiendrama in der Thüringer Provinz
Was macht dich besonders? Diese Frage bringt die 17-jährige Lea im Film Etwas ganz Besonderes gehörig ins Grübeln. Aus einer scheinbar harmlosen Bewerbung für eine Castingshow entwickelt sich eine berührende wie ehrliche Suche nach der eigenen Identität.
Reporter: "Was macht dich aus?"
Lea: "Ich weiß nicht. Nichts. Was soll man denn da antworten? Also, das machen ja meistens andere eigentlich so."
Reporter: Wie würde dich deine Mutter beschreiben?"
Lea: Das willst du nicht wissen."
Regisseurin Eva Trobisch erzählt dabei mehr als eine Coming-of-Age-Geschichte. Etwas ganz Besonderes ist ein Familien- und Provinzdrama. Es geht um die Trennung der Eltern, den Konflikt der Familiengenerationen, wenn es um moralische Grundsätze geht, und die Frage nach dem Status quo ostdeutscher Identität. Nicht mit einem lauten Knall, sondern ruhig und mit feinem Gespür für die Figuren.
Eva Trobisch blickt auf Heimat und ostdeutsche Identität
Auf der Suche nach dem Besonderen blickt der Film nie in die Ferne, sondern bewusst auf das Alltägliche. Als Schauplatz hat Trobisch nicht Berlin oder die Uckermark gewählt, sondern Greiz in Thüringen. Von dort stammt ihr Großvater. Die einstige Residenzstadt verwandelt sich dabei regelrecht zur Hauptfigur als Ort voller Widersprüche, Erinnerungen und Möglichkeiten. Diese persönliche Bindung ist laut Schauspieler Max Riemelt, der Familienvater Matze spielt, spürbar.
"Das ist natürlich phänomenal, wenn man da drin steht. Wie leer es dort aussieht, Relikte noch von Stofffabriken und Färbereien. Und alles noch zu sehen ist, aber keiner eine Ahnung davon hat, was das bedeutet in dem Kontext auch der Wende, der deutsch-deutschen Geschichte und der deutschen Identität. Und das so subtil zu erzählen, also ihrem Anspruch gerecht zu werden und dem Zuschauer nicht zu viel zuzumuten oder effekthascherisch zu sein und das Ganze zu verkünsteln, sondern wirklich ehrlich zu erzählen, fand ich halt ganz toll." - Max Riemelt im FluxFM-Interview
Fazit: Ein ehrlicher Blick auf (eine) ostdeutsche Realität
Statt klare Antworten zu liefern, beobachtet Etwas ganz Besonderes seine Figuren mit großer Wärme und Ehrlichkeit. Und genau das macht den Film so besonders. Eva Trobisch erzählt von Heimat, Familie und Identität – und beweist, dass die leisen Töne oft am längsten nachhallen.
Film: Etwas ganz Besonderes | Kinostart: 09.07.2026 | Länge: 116 Minuten | Altersfreigabe: FSK 12 | Regie und Drehbuch: Eva Trobisch | Cast: u.a. Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau, Florian Lukas | Verleih: Pandora Film Verleih
Mehr Filme im FluxFM-Programm
Das Breitbild zum Film Etwas ganz Besonderes wurde erstmals am 09. Juli 2026 im FluxFM-Programm ausgestrahlt.



















