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Fatoni als Toni in "Kacken an der Havel" Netflix

"Kacken an der Havel" - Ein Sammelsurium an Absurditäten | Breitbild Serienkritik

Die Netflix-Serie von Alex und Dimitrij Schaad erzählt von einem erfolglosen Rapper und dem fiktiven Ort Kacken in Brandenburg

26.02.2026 Ron Stoklas

Dark, Die Kaiserin und How to Sell Drugs Online (Fast) - die Liste erfolgreicher deutscher Serien bei Netflix ist lang. Jetzt kommt eine neue hinzu: Kacken an der Havel! Ab dem 26. Februar 2026 ist die neue Serie beim Streaminganbieter verfügbar. Klingt absurd, ist es auch - und macht laut FluxFM-Serienchecker Ron Stoklas viel Spaß!

FluxFM-Kritik: Zwischen Absurditäten und Provinz-Klischees

Tschüss Brandenburg, Hallo Welt! Ein Move, den viele junge Leute in Brandenburg machen. So auch Toni. Vor 18 Jahren haut er aus seinem Heimatort Kacken an der Havel ab, zieht nach Berlin und will als Rapper durchstarten. Die Realität ist ernüchternd. Mit der Musik läuft es nicht, stattdessen jobbt er als Pizzabäcker.

Als seine Mutter beim Versuch eine Ente zu retten stirbt – sie fällt vom Baum und wird vom Blitz getroffen, ihr Wunschtodesszeanrio -, muss Toni zurück nach Kacken. Wer glaubt, der Ortsname sei das wildeste, irrt. Das ist erst der Anfang! Dieser – wohlgemerkt fiktive – Ort ist ein Sammelsurium an Absurditäten und überspitzten Brandenburger Provinz-Klischees.

Brandenburg-Parodie mit Tumbleweed und Veronica Ferres

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Tonis alles anderes als gewöhnliche Familie in Kacken Netflix

Dass die Bahn nur alle paar Wochen in Richtung Kacken fährt und es vor Ort gezüchtete Steppenläufer zu kaufen gibt, ist noch das harmloseste. In Kacken gibt es auch eine herunter gesparte Polizei, die ihre Wache mit einem Friseur teilt, eine sprechende Ente (die Toni schließlich auf Schritt und Tritt begleitet) und Bürgermeisterin Veronica Ferres, die den Ort in feinster Sekten-Manier regiert. Dazu kommt Tonis liebenswürdige, aber durchgeknallte Familie. Alles Gründe, wieso Toni schnellstmöglich abhauen will - wäre da nicht seine Vergangenheit, die ihn einholt.

Die Rolle des erfolglosen Rappers übernimmt Fatoni. Vor ein paar Jahren flatterte eine E-Mail von Alex und Dimitrij Schaad (erster hat Regie geführt, zweiter spielt den wunderbar überdrehten und emotionalen Stiefvater von Toni) in sein Postfach. Die Brüder hatten die Idee zur Serie und wollten mit ihm drehen.

Fazit zu "Kacken an der Havel": Überdreht in Brandenburg!

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Veronica Ferres beweist Humor und spielt eine autoritär überspitze Kacken-Version ihrer selbst Netflix

Die Gagdichte - mal aus absurden Situationen heraus, mal aufgrund von schnellen, albernen Wortspielen - gleicht einem Feuerwerk, die Promiauftritte von Nura über Marc Hosemann bis Romano können sich sehen lassen und das Level an Selbstironie ist hoch – sei es mit Blick auf die Musikindustrie, Stadt-Land-Klischees oder den verantwortlichen Streaminggiganten selbst, der auch sein Fett wegbekommt.

Die Brüder Alex und Dimitrij Schaad liefern mit Kacken an der Havel eine Serie die nicht nur überdreht, bunt und laut ist, sondern sich selbst auch nicht zu wichtig nimmt. Wer sich auf diesen Mix einlassen kann und einzelne Witze (vor allem als Brandenburger) nicht zu persönlich nimmt, dürfte eine gute Zeit beim wegbingen der neun Episoden haben.