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Katharina Stark in der Serie "Deutsches Haus". Die Schauspielerin spielt die Figur Eva Bruhns. The Walt Disney Company 2023

"Umgang mit Schuld hat viel mit Identität zu tun" | Schauspielerin Katharina Stark im Interview

Die Hauptdarstellerin der Serie "Deutsches Haus" im Gespräch über die Disney-Show und das Schweigen der Nachkriegszeit

15.11.2023 Ron Stoklas

Iris Berben, Anke Engelke, Max von der Groeben, Heiner Lauterbach, Uwe Preuss und viele weitere - die deutsche Disney-Serie "Deutsches Haus" besticht mit einem namhaften Cast. Im Mittelpunkt der Adaption des gleichnatoklasmigen Romans steht jedoch Katharina Stark.

Die Schauspielerin verkörpert die Rolle von Übersetzerin Eva Bruhns. Diese wird im Dezember 1963 als Dolmetscherin ans Frankfurter Gericht bestellt. Sie soll im Rahmen des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses die Aussagen ehemaliger Gefangener des Konzentrationslagers Auschwitz im Prozess gegen früheren SS-Offiziere übersetzen.

Zum Streamingstart von Deutsches Haus haben wir mit Schauspielerin Katharina Stark über die Serie, ihre Rolle und die Unwissenheit der Nachkriegsgeneration gesprochen.

Katharina Stark: "Wichtig, dass es gut gemacht wird."

FluxFM: Wenn du ehrlich mit dir selber bist, wie viel wusstest du über die Hintergründe der Geschichte?

Katharina Stark: Über das Thema an sich eigentlich relativ viel. Über diesen Prozess selbst tatsächlich aber kaum irgendwas. Als das Casting kam, habe ich dann schon ganz viel nachgeschaut. Natürlich auch, um zu wissen, worüber die Buch-Vorlage geht. Ich fand es spannend, wie Annette Hess es geschrieben hat. Es ist ja nicht nur dokumentarisch. Es gibt diese Figuren, diese Geschichte und die ganzen Beziehungen und Familien. Dann habe ich angefangen zum Prozess zu recherchieren, und es wurde mir immer wichtiger, dass es gut gemacht wird.

FluxFM: Du spielst Eva Bruns, eine Dolmetscherin. Sie kommt zu diesem Prozess und ist komplett überrascht über die Dinge, die Verbrechen der Nazis, die sie im Gerichtssaal hört. Aus heutiger Perspektive eigentlich undenkbar, oder?

Katharina Stark: Ja, ich fand das super interessant, weil das wirklich so eine Lücke ist. Eine bestimmte Generation, die direkt nach denen kam, die beteiligt waren. Das sind eigentlich die einzigen, die nichts davon wussten und dann nach den Prozessen, wurde das dann allen weiteren Generationen wieder weitergegeben. Das ist eine mega spannende Perspektive, weil der Umgang mit Schuld, hat ja so viel mit der eigenen Identität zu tun. Wo man herkommt und die eigene Vergangenheit, haben so viel damit zu tun, wie man auf eine Sache guckt. Deswegen ist es halt total spannend, dass es da diese eine Generation gab, die darüber halt kaum was gewusst hat. Und wie diese dem Thema dann begegnet, das sich vorzustellen hat, fand ich auch persönlich extrem interessant.

Das komplette Interview mit Schauspielerin Katharina Stark hört ihr oben auf der Seite - oder am 19. November 2023 um 11.30 Uhr im FluxFM-Programm.