
Flora Hibberd - "Mammoth" | Album der Woche
Musik im zeitlosen Äther
19.10.2026 Celina Riedl
Ein Trip durch Raum und Zeit: Flora Hibberd verbindet auf ihrem zweiten Album "Mammoth" Folk, Gitarrenpop und elektronische Sounds zu einer faszinierend surrealen Klangwelt. Die britische Musikerin wagt den Schritt ins Unbekannte: mutig, vielschichtig und voller unerwarteter Wendungen. "Mammoth" ist kein Album zum bloßen Durchhören, sondern eine Welt, in die man eintaucht und in der man sich verlieren darf.
Flora Hibberd schreibt Songs, als würde sie ein Bild malen: Ihre Musik steckt voller feiner Schichten und Bedeutungen, die sich erst nach und nach entfalten. Die gebürtige Londonerin lebt seit über zehn Jahren in Paris und bewegt sich musikalisch zwischen Folk, Gitarrenpop und elektronischen Synthesizerklängen. In ihren Songs kippt das Vertraute immer wieder ins Surreale: Alltägliche Beobachtungen bekommen einen schrägen Dreh, vertraute Situationen wirken plötzlich seltsam verschoben.
“Mammoth” bewegt sich in einem zeitlosen Äther: Ein Auseinandersetzen mit Geistern der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, eingefangen im Bild des Mammuts, das die Grenzen zwischen den Zeiten verschwimmen lässt.
“When I think about prehistory, it all seems very far and quite sterile. And I had this thought about the actual tenderness of the mammoth, and it came to represent something for me about looking back and looking forward [...] To me, it became a crux of conversations about history and the future and where we're going and where we've been.” Flora Hibberd
Dass das zweite Album oft als die größte Herausforderung einer Musikkarriere gilt, ist ein bekanntes Phänomen. Gerade wenn das Debüt erfolgreich war, wachsen die Erwartungen von Fans und Plattenlabel - und damit auch der Druck, an diesen Erfolg anzuknüpfen. Für Flora Hibberd kam dieses Bewusstsein erst, als “Mammoth” schon aufgenommen war - zum Glück. Denn so konnte sie den Mut aufbringen, bereits auf der zweiten Platte musikalisch neue Wege einzuschlagen, statt sich Druck und Erwartungen zu beugen.
Rezension
Flora Hibberd - Mammoth
Für diesen musikalischen Aufbruch setzt Flora Hibberd sowohl auf langjährige Gefährten wie ihren Gitarristen Victor Claass als auch auf neue Wegbegleiter, wie Feature-Gast Sufjan Stevens oder Produzent Ben Lanz von The National. Gemeinsam erschaffen sie ein Album jenseits der Zeit. „Mammoth“ klingt wie ein Spaziergang durch eine Welt, in der sich die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart auflösen.
Im Radio: 19. Oktober - 25. Oktober 2026



















