
Interpol - This Mirror Weighs A Ton | Album der Woche
Die Realität macht auch vor Interpol nicht Halt
31.08.2026 Micha Gehrig
Mit neuen Produzenten und neuen Stilelementen machen sich Interpol nach 4 Jahren Pause daran, ihren Sound in eine neue Richtung zu drehen. Der gewohnte Interpol-Vibe bleibt ihnen dabei glücklicherweise erhalten. Die größte Änderung findet sowieso auf inaltlicher Ebene statt.
Schon 2022 tauchen bei Interpol erste düstere Vorzeichen auf. The Other Side Of Make-Believe, die letzte Platte der Band, klingt zwar wesentlich positiver als man das von der Band aus New York gewohnt ist, gleichzeitig macht sich aber auch eine gewisse Unruhe breit. Die kommt jetzt mit This Mirror Weighs A Ton zur vollen Entfaltung.
So viel Realität wie auf dem mittlerweile achten Studioalbum der Band gab es noch nie bei Interpol. Die Meister des Verträumten und vor allem Verklausulierten werden erstaunlich konkret und nehmen sich von ständiger Überwachung über die Vereinzelung des Menschen bis hin den Einflüssen von KI verschieden Facetten der aktuellen Welt vor.
Kunst, KI und Überwachung
Schon das Cover fängt den Geist des Albums perfekt ein. Ein Kronleuchter aus Überwachungskameras - gleichermaßen kunstvoll, wie dystopisch, zeigt es doch auf, wie allgegenwärtig die ständige Kontrolle mittlerweile in unserem Leben ist. Dabei werden Dinge wie Kameras fast schon zum Ornament einer Gesellschaft, die auf der Suche nach Sicherheit sich einem ständigem Unbehagen hingibt.
Rezension
Interpol - This Mirror Weighs A Ton
Dieses Unbehagen kommt auch musikalisch zum Audruck. This Mirror Weighs A Ton zeigt sich unbeständig. Überall wackelt und rumpelt es. Mitverantwortlich dafür ist vor allem Produzent Andrew Wyatt, der dem Interpol-Sound einen neuen Anstrich verpasst. Windspiele, atmende Synthie-Flächen und zum ersten Mal auch Akkustikgitarren halten Einzug und schaffen einen vielstimmigen Sound, den man so von Interpol noch nie gehört hat.
Im Radio: 31. August - 6. September 2026



















