
"One Night Only" - Nur einmal Sex pro Jahr? | Monica Barbaro & Callum Turner im Interview
Das Schauspiel-Duo spricht über die Idee der staatlichen Sex-Regulierung und den Film - zudem gibt es hier die FluxFM-Kritik
26.08.2026 Ron Stoklas
Was wäre, wenn der Staat nicht nur festlegt, welche Regeln im Straßenverkehr gelten, sondern auch, ob und wann die Bevölkerung den Intimverkehr durchführen darf. Ja, plump gesagt: Ob und wann wir Sex haben dürfen? Mit dieser - ehrlicherweise absurden - Idee spielt der Film One Night Only.
Passend zum Kinostart am 27.08.2026 liefert FluxFM-Filmexperte Ron Stoklas nicht nur die Kritik zum Film - er hat sich auch mit dem Schauspiel-Duo Monica Barbaro und Callum Turner, die die Hauptrollen dieser etwas anderen RomCom spielen, unterhalten. Das Interview hört ihr direkt oben auf der Seite.
FluxFM-Kritik: One Night Only - oder: "Die horny Purge"
Die USA als alternative Version ihrer selbst - optisch und technisch wirkt alles wie immer, aber in diesen Vereinigten Staaten hat die Regierung außerehelichen Sex verboten. Dumm für Singles, denen entsprechend an 364 Tagen im Jahr Geschlechtsverkehr untersagt ist. Nur einmal im Jahr gibt es für diese einen Freifahrtschein. Eine Nacht, in der alles erlaubt ist. Entsprechend bejubelt wird das jährliche Sex-Event. Nicht ganz so begeistert blicken Allie und Owen blicken auf die bevorstehende Nacht. Sie hat nicht so wirklich Lust, er wurde gerade von seiner Partnerin versetzt, die sich lieber mit einem anderen vergnügen will. Wie es das Schicksal so will, kreuzen sich ihre Wege - und das mehrfach in dieser einen Nacht...
Owen: "Du bist süß, wenn du nervös bist."
Allie: "Ich bin nicht nervös."
Owen: Dann bist du nur so süß."
Allie: "Es wird nicht passieren."
Owen: "Klar, das weiß ich. Wie oft willst du mir das noch sagen? Okay. Und emotional passiert bei mir nichts mehr, wenn ich dich sehe."
Allie: "Sicher."
Owen: "Ich will keinen Sex mit dir. Nichts, was du sagen könntest, würde mich überzeugen, Sex mit dir zu haben. Gar nichts. Wirklich nichts. Kein geheimes Wort. Nichts. Alles sinnlos. Ich werde keinen Sex mit dir haben."
Allie: "Hey…"
Owen: "Gott, du bist gut."
One Night Only folgt dabei einer klassischen RomCom-Formel - ein ungleiches Duo, viele Zufälle und eine unerwartete Verbindung, die sich Stück für Stück durch das gemeinsam erlebte entwickelt. Und doch ist der Film mehr als einfach nur eine schräge RomCom - durch den thematischen Twist, welcher Sex per Gesetz nur in der Ehe erlaubt, passt der Film unerwartet, wenn man es so auslegen will, zum Zeitgeist.
Sexverbot als Staatsgebot in Zeiten traditioneller Familienbilder
Schließlich leben wir in einer Zeit, in der konservative Werte und traditionelle Familienbilder in den USA (ehrlicherweise nicht nur dort) von einem Teil der Gesellschaft regelrecht bejubelt werden. Plötzlich wird aus einer weirden RomCom gewissermaßen eine Dating-Dystopie über Liebe, Sex und gesellschaftliche Regeln.
Die FluxFM-Kritik zu "One Night Only" hier zum Anhören
In gewisser Weise hat Filmemacher Will Gluck eine Art horny Purge geschaffen. Während der Horrorfilm die folgen erkundet, wenn eine Gesellschaft für eine Nacht alle vermeintlichen Regeln des Zusammenlebens ausblenden darf, erforscht dieser Filme den Drang nach Freiheit, Lust und der Suche nach Liebe.
Fazit: Eine charmante RomCom mit großem Augenzwinkern
Was dabei klar sein muss: Am besten funktioniert One Night Only, wenn man ihn mit einem großen Augenzwinkern sieht. Der Film versucht nicht die Welt zu erklären, sondern vor allem zu unterhalten. Dafür setzt die Geschichte auf die tolle Dynamik zwischen Monica Barbaro und Callum Turner. Sie zu beobachten, wie sie durch die wohl geilste New Yorker Nacht des Jahres stolpern und sich näher kommen, kann viel Spaß machen. Dazu passt der thematische Twist als cleveres RomCom-Spielzeug. Zwar sitzt nicht jeder Gag, aber es passiert viel Absurdes, was man den Menschen irgendwie auch zutrauen kann.




















