
Märchenhafte Ausstellung: Manntje, Manntje, Timpe Te | Radio Arty
Künstler Philip Grötzinger im Interview zur Ausstellung im 68projects by KORNFELD
04.05.2026 Yaneq
In der Ausstellung Manntje, Manntje, Timpe Te wird man nicht nur zum Zuschauen eingeladen, sondern direkt mitten hinein in eine ziemlich vielschichtige Welt aus Wünschen, Abgründen und leiser Hoffnung gezogen.
Ein Märchen als Türöffner
Mit "Manntje, Manntje, Timpe Te" greift Philip Grözinger eine bekannte Formel aus dem Grimm-Märchen auf und lädt sie neu auf. Die Ausstellung wird so zu einer Art Beschwörung, die Wünsche, Sehnsüchte und deren Schattenseiten ins Zentrum rückt. Statt klassischer Präsentation erwartet die Besuchenden eine immersive Inszenierung, in der Malerei in den Raum übergeht. Skulpturen, Alltagsobjekte und organische Elemente ergänzen die Leinwände und sorgen dafür, dass man sich eher durch eine Welt bewegt, als einfach nur Kunst zu betrachten. Das Ganze fühlt sich fast wie ein begehbares Gedankenexperiment an.
Wenn der Wunsch zu kippen droht
Die Figuren in Grözingers Arbeiten balancieren buchstäblich am Limit – oft auf Drahtseilen, immer kurz vor dem möglichen Absturz. Damit wird ziemlich treffend ein Zustand beschrieben, den man auch aus dem echten Leben kennt: das ständige Streben nach mehr, gepaart mit der Angst, alles zu verlieren. Gleichzeitig blitzen immer wieder kleine Hoffnungszeichen auf, die die düsteren Szenen durchbrechen. Stilistisch mischt Grözinger kräftige Farbaufträge mit feinen, fast zarten Passagen und erzeugt so eine besondere Spannung. Am Ende bleibt man mit einer offenen Frage zurück: Was passiert eigentlich, wenn all die großen Wünsche plötzlich nicht mehr tragen?
Philip Grözinger wurde 1972 in Braunschweig geboren und lebt und arbeitet heute in Berlin. Er studierte Bildende Kunst in Braunschweig und war später Meisterschüler in Berlin. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Installation und erzählerischen Bildwelten, oft mit surrealen oder traumartigen Elementen. International ist er durch zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Museen bekannt und arbeitet mit einer klar wiedererkennbaren, figurativen Bildsprache.
Im Radio: 03.05.2026, 16 Uhr
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