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Post-Millennium Tension von Radenko Milak, kuratiert vonb Max Dax Göran Gnaudschun

Post-Millennium Tension | Radio Arty

Künstler Radenko Milak und Kurator Max Dax über ihre Kunst und die Gruppenausstellung im BcmA

04.03.2026 Yaneq

Mit Post-Millennium Tension präsentiert Radenko Milak in Berlin eine dichte Bildfolge, die die Spannungen und Bruchlinien des 21. Jahrhunderts in schwarz-weißen Aquarellen verdichtet.

Geschichte im Medium des Aquarells

Milaks Arbeiten übersetzen ikonische Fotografien politischer und sozialer Ereignisse in das Medium der Aquarell- und Tuschemalerei. Durch diesen Wechsel entsteht eine Distanz zum dokumentarischen Ursprung, die neue Perspektiven eröffnet. Die Bilder, teils aus zahlreichen Einzelblättern zu großformatigen Tableaus gefügt, greifen auf Motive zurück, die sich ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben haben. Statt Stellung zu beziehen, wahrt Milak eine nüchterne, beinahe sachliche Haltung. Gerade diese formale Zurückhaltung verstärkt die spürbare Atmosphäre von Unsicherheit und Instabilität. So wird das Aquarell zur Projektionsfläche globaler Spannungen.

Bildräume zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Die Ausstellung entfaltet eine vielschichtige Erzählung, in der historische und zeitgenössische Ereignisse miteinander verschränkt werden. Referenzen reichen von Goyas "Desastres de la Guerra" über die Zerstörung Kölns im Zweiten Weltkrieg bis hin zu kulturellen und politischen Zäsuren wie 2001: Odyssee im Weltraum, dem Münchner Olympia-Attentat, dem Fall der Berliner Mauer oder dem heutigen Berliner Nachtleben. Unterschiedliche Zeiten und Kontexte verdichten sich zu einem Panorama widersprüchlicher Entwicklungen. Indem Milak Bildquellen aus Medien, Internet und Film transformiert, verändert er ihre visuelle Sprache subtil. Die konsequente Beschränkung auf Schwarz und Weiß verstärkt die formale Strenge. Begleitet wird die Ausstellung von einer umfassenden Publikation, die das Gesamtwerk in diesen Kontext einordnet.

6 Bilder

Im Radio: 01.03.2026, 16 Uhr

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