FluxFM Berliner Schnipsel
Stadtführer Matti Geyer bringt Berlins Vergangenheit ins Hier und Jetzt.

Die Geschichte des Ruderers Włodzimierz Długoszewski zeigt die dunkle Seite der Spiele von 1936
04.08.2026 Matti Geyer
1936 präsentiert sich Berlin bei den Olympischen Spielen als moderne, freundliche und weltoffene Metropole. Antisemitische Schilder verschwinden vorübergehend aus dem Stadtbild, das NS-Regime inszeniert sich als friedliebend und aufgeschlossen.
Zu den Gästen gehört auch der polnische Ruderer Włodzimierz Długoszewski. Auf der Regattastrecke in Grünau gewinnt er mit seinem Team die Bronzemedaille und wird von den Zuschauern gefeiert.
Doch nur wenige Jahre später gerät er als Mitglied des polnischen Widerstands ins Visier der Gestapo. Über Auschwitz kommt er in das Konzentrationslager Sachsenhausen – jenes Lager, das während der Olympischen Spiele vor den Toren Berlins aufgebaut wird. Długoszewski erlebt die Befreiung noch, stirbt jedoch 1945 an den Folgen der Haft.
Seine Geschichte macht deutlich, wie groß der Abstand zwischen der Olympia-Inszenierung des NS-Regimes und der Realität der nationalsozialistischen Verfolgung war.