FluxFM Berliner Schnipsel
Stadtführer Matti Geyer bringt Berlins Vergangenheit ins Hier und Jetzt.

Ein Gebäude, das mehr war als Beton – und mehr bleibt als Erinnerung
23.04.2026 Matti Geyer
Hätte, hätte, Fahrradkette: 2026 wäre der Palast der Republik 50 Jahre alt geworden. Doch daraus wird bekanntlich nichts. Stattdessen steht heute an seiner Stelle das Humboldt Forum im rekonstruierten Stadtschloss.
Dabei war der Palast einst eines der wichtigsten Gebäude der DDR – und eines der widersprüchlichsten. Gebaut in Rekordzeit, gedacht als „Haus des Volkes“, vereinte er Parlament, Kulturzentrum und Freizeitort unter einem Dach. Millionen kamen, um zu essen, zu tanzen oder Shows zu sehen. Gleichzeitig war der Ort politisch durchdrungen – inklusive Überwachung kritischer Stimmen.
Nach dem Mauerfall wird der Palast zum Schauplatz historischer Entscheidungen: Hier beschließt die frei gewählte Volkskammer 1990 den Beitritt zur Bundesrepublik. Kurz darauf folgt das abrupte Ende: Asbestbelastung, Schließung, jahrelanger Streit – und schließlich der Abriss.
Heute erinnern nur noch Fragmente an den Bau: Lampen im Humboldt Forum, ein alter Schriftzug im Nikolaiviertel – und viele persönliche Erinnerungen.
FluxFM-Redakteur Matti Geyer blickt in seinem Berliner Schnipsel zurück auf ein Gebäude, das nur kurz existierte – und Berlin bis heute beschäftigt.