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 Anina Brisolla

Statusbericht Digitalisierung: Anina Brisolla - random access memory | Radio Arty

Künstlerin Anina Brisolla und Galerist Leopold Hornung im Interview zur Ausstellung in der HOTO Gallery

07.06.2026 Yaneq

Mit random access memory zeigt Anina Brisolla eine Ausstellung, die sich mit den Spuren, Fragmenten und Widersprüchen einer zunehmend digital geprägten Gegenwart auseinandersetzt.

Wenn Fragmente zu neuen Erzählungen werden

Für ihre erste Einzelausstellung in der HOTO Gallery greift Anina Brisolla auf Notizen, Überreste sowie Anfangs- und Endpunkte früherer Arbeiten zurück und überführt diese in neue Reliefs und Zeichnungen. Die Werke entstehen dabei nicht aus einem abgeschlossenen Konzept, sondern aus einem Prozess des Sammelns, Neuordnens und Weiterdenkens. Ausgangspunkt ist häufig der 3D-Stift, mit dem die Künstlerin Linien direkt im Raum zeichnet. Aus scheinbar zufälligen Fragmenten entstehen so komplexe Bild- und Objektwelten, die Erinnerung, Speicherung und Transformation thematisieren. Der Ausstellungstitel random access memory verweist dabei auf digitale Speichersysteme und schlägt gleichzeitig eine Brücke zu persönlichen und künstlerischen Gedächtnisprozessen.

Zwischen digitaler Logik und materieller Realität

Charakteristisch für Brisollas Arbeiten sind ihre filigranen, oft fragil wirkenden Strukturen, die an technische Konstruktionen oder architektonische Modelle erinnern. Gleichzeitig scheinen sie den Gesetzen der Stabilität immer wieder zu entgleiten und vermitteln ein Gefühl von Unsicherheit und Bewegung. Die endlose Linie aus dem 3D-Stift wird dabei zum zentralen Gestaltungselement: Erst während des Abkühlens erhält das Material seine endgültige Form. In dieser Spannung zwischen digitalem Denken und physischer Materialität verhandelt Brisolla grundlegende Fragen unserer Zeit. Ihre Arbeiten machen sichtbar, dass selbst virtuelle Prozesse immer an reale Materialien, Körper und Räume gebunden bleiben.

Anina Brisolla lebt und arbeitet in Berlin sowie im Oderbruch. In ihren Arbeiten untersucht sie die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen, die durch digitale Technologien und neue Formen der Vernetzung entstehen. Dabei bewegt sie sich zwischen Zeichnung, Skulptur und Installation und entwickelt eine eigenständige Formensprache, die digitale Ästhetiken mit handwerklichen Prozessen verbindet. Ihre Werke zeichnen sich durch eine besondere Leichtigkeit aus und erforschen die Schnittstellen zwischen virtuellen Systemen und materieller Wirklichkeit.

2 Bilder

Im Radio: 07.06.2026, 16 Uhr

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