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Sonic Pluriverse Festival 2026: Gnawa-Musik im Dialog mit der Welt | Radio Arty

Intendant und Chefkurator Prof. Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung im Interview zum Festival im Haus der Kulturen der Welt

12.07.2026 Yaneq

Das Sonic Pluriverse Festival 2026: Global Echoes of Gnawa bringt die traditionsreiche Gnawa-Kultur nach Berlin und zeigt, wie lebendig musikalischer Austausch über Kontinente, Generationen und kulturelle Grenzen hinweg sein kann.

Klangwelten mit gemeinsamer Geschichte

An fünf Festivalwochenenden rückt das Haus der Kulturen der Welt die Gnawa-Tradition als zeitgenössische Klangpraxis in den Mittelpunkt. Verwurzelt in westafrikanischen Migrationsgeschichten und afro-diasporischen Erfahrungen, verbindet das Festival musikalische und spirituelle Traditionen aus Nordafrika, dem Mittelmeerraum und Lateinamerika. Den Auftakt bildet eine große Gnawa-Parade durch den Tiergarten, bei der Musiker*innen gemeinsam mit Berliner Communities aus Flamenco sowie afro-diasporischen Traditionen wie Candomblé und Santería den öffentlichen Raum bespielen. Jeder Festivaltag beginnt mit einer Gnawa-Formation und öffnet anschließend den Dialog mit anderen Musiktraditionen – von Flamenco über Tarantella bis hin zum Desert Blues.

Musik, Rituale und neue Perspektiven

Das Festival versammelt renommierte Künstler*innen wie Baaba Maal, Majid Bekkas, Maalem Hassan Boussou und Gnawa Diffusion und setzt gleichzeitig einen besonderen Fokus auf weibliche Stimmen der Szene, darunter Asmaa Hamzaoui & Bnat Timbouktou sowie Bab L’Bluz. Den spirituellen Höhepunkt bildet eine traditionelle Lila, das zentrale Ritual der Gnawa-Kultur. Ergänzt wird das Konzertprogramm durch Workshops, DJ-Sets und Panels, die historische, kulturelle und spirituelle Zusammenhänge beleuchten. Themen wie die Verbindung zur Yoruba-Tradition, transatlantische Kulturen wie Candomblé und Lucumí sowie neurowissenschaftliche Erkenntnisse über Trance und rhythmusbasierte Musik eröffnen spannende neue Perspektiven. So versteht sich das Festival nicht nur als Konzertreihe, sondern als Ort des Austauschs, an dem Musik, Geschichte und Gemeinschaft auf besondere Weise zusammenfinden.

Im Radio: 12.07.2026, 16 Uhr

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