
Werkschau: Marc Brandenburg 20th Century Debris | Radio Arty
Künstler Marc Brandenburg im Interview zur Ausstellung in der Berlinischen Galerie
24.05.2026 Yaneq
Die Werkschau 20th Century Debris in der Berlinischen Galerie bietet einen umfassenden Einblick in das Schaffen von Marc Brandenburg und macht sichtbar, wie konsequent er seit den 1990er Jahren seine ganz eigene Bildsprache entwickelt hat.
Zeichen als Spurensuche
Im Mittelpunkt von Brandenburgs künstlerischer Praxis stehen seine fotorealistischen Bleistiftzeichnungen. Ausgangspunkt sind meist Fotografien – eigene Schnappschüsse oder gefundene Bilder –, die er freihändig und mit beeindruckender Präzision auf Papier überträgt. Bereits in seinen frühen Werkserien wird deutlich, wie sehr ihn alltägliche Beobachtungen, persönliche Erinnerungen und kulturelle Referenzen interessieren. Mit Serien wie Bilderbuch, The Dangling Conversation oder White Rainbow entsteht ein vielschichtiger Kosmos aus Momentaufnahmen, Porträts und Details des urbanen Lebens. Statt eindeutiger Erzählungen bietet Brandenburg Fragmente an, die Raum für eigene Assoziationen lassen.
Die Welt im Negativ
Zu Brandenburgs markantesten Stilmitteln gehört die Umkehrung von Hell- und Dunkelwerten. Seine Zeichnungen erinnern dadurch an fotografische Negative und verleihen vertrauten Motiven eine geisterhafte, beinahe entrückte Wirkung. Im Zentrum stehen dabei häufig Menschen, Kleidung, Konsumobjekte oder Szenen aus seinem persönlichen Umfeld. Die Ausstellung zeigt zudem, wie sich sein Werk über die Jahre erweitert hat – von frühen Serien über temporäre Tattoo-Editionen bis hin zu großformatigen Landschaftsdarstellungen. Besonders eindrucksvoll wirkt der Schwarzlichtraum, in dem die Zeichnungen zu leuchten scheinen und eine beinahe immersive Atmosphäre erzeugen. So entsteht ein Werk, das gleichermaßen von persönlicher Erfahrung, Popkultur und gesellschaftlicher Beobachtung geprägt ist.
Im Radio: 24.05.2026, 16 Uhr
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