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 Manfred Brückels

Der Gropius-Bau: Vom Prachtmuseum zur Ruine – und zurück | Berliner Schnipsel

Ein Haus, zwei Gropius, viele Geschichten

29.08.2025 Matti Geyer

Der Gropius-Bau ist heute einer der bedeutendsten Ausstellungsorte Deutschlands – doch seine Mauern haben mehr erlebt als jede Ausstellung erzählen könnte.

Eröffnet 1881 als Kunstgewerbemuseum, sollte er schon damals seine Besucher*innen schon außen neugierig machen: Figuren von Künstlern und Handwerkern zieren die Fassade. Nebenan wuchs eine Kunstschule heran, die bald so beliebt wurde, dass sie ein eigenes Gebäude erhielt.

In den 1920er-Jahren zog die Kunstsammlung aus, und der Gropius-Bau wurde zum Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie für Ostasiatische Kunst. Dann kam 1933: Die Nationalsozialisten übernahmen die Kunstschule nebenan und machten sie zur Gestapo-Zentrale. Hier wurde gefoltert, verhört und ermordet – der Ort ist heute als „Topographie des Terrors“ bekannt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch der Gropius-Bau schwer beschädigt. Der Plan: Abriss. Die Rettung: Walter Gropius, Bauhaus-Gründer und Großneffe des Architekten Martin Gropius, setzte sich für den Wiederaufbau ein.

Doch die Geschichte schrieb weiter: Die Berliner Mauer verlief direkt vor dem Haupteingang, der deshalb auf die Rückseite verlegt werden musste. Erst nach 1989 konnte der ursprüngliche Eingang wiederhergestellt werden. Noch heute erzählen Einschusslöcher und beschädigte Statuen von den Kämpfen der Vergangenheit.

Ein Besuch im Gropius-Bau ist also nicht nur ein Blick auf internationale Ausstellungen – sondern auch auf die Spuren, die Berlins Geschichte in Stein gemeißelt hat.