© Photo: Andreas Praefcke
00:00
02:11
 Photo: Andreas Praefcke

Picasso, Matisse & Co.: Wie Berlin seine berühmteste Sammlung bekam | Berliner Schnipsel

Ein Leben für die Kunst: Heinz Berggruen und seine Meisterwerke.

30.08.2025 Matti Geyer

Heute ist die Sammlung Berggruen eines der Highlights der Berliner Museumslandschaft – doch ihre Entstehung liest sich wie ein Roman.

Heinz Berggruen wuchs in der Nähe des Kurfürstendamms auf und studierte Kunstgeschichte in Berlin und Frankreich. Die Nationalsozialisten trieben ihn ins Exil: 1936 reiste er nach Kalifornien und kehrte nicht mehr zurück. Noch rechtzeitig konnte er auch seine Eltern retten.

In den USA begann er im San Francisco Museum of Modern Art zu arbeiten – und traf bei einer Ausstellungsvorbereitung auf Frida Kahlo, die Frau von Diego Rivera. Die beiden verband mehr als nur Kunst. 1940 kaufte er sein erstes Bild von Paul Klee für 100 Dollar – es wurde sein Glücksbringer.

Nach dem Krieg wurde Berggruen Kunsthändler in Paris, ohne Kapital, aber mit sicherem Gespür. 1949 lernte er Pablo Picasso kennen, der ihn zu seinem Händler machte. Später konzentrierte er sich auf seine eigene Sammlung – darunter Werke von Picasso, Matisse, Cézanne, Paul Klee, Chagall und Miró.

Nach der Wende kehrte Berggruen nach Berlin zurück. Für ihn war das eine Geste der Versöhnung und ein Bekenntnis zu einem demokratischen Deutschland. 2000 verkaufte er seine 750 Millionen Euro wertvolle Sammlung für nur 126 Millionen an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Heute ist das Museum Berggruen gegenüber dem Schloss Charlottenburg ein Ort, an dem Berliner und Besucher Meisterwerke der Moderne hautnah erleben können – und zugleich ein Kapitel bewegter Berliner Geschichte.