
Die russische Kolonie vor den Toren Berlins | Berliner Schnipsel
Ein Zar, ein musikbegeisterter König und dreizehn russische Blockhäuser: Die Geschichte von Alexandrowka.
28.07.2026 Matti Geyer
Russische Holzhäuser, eine orthodoxe Kirche und ein Dorf, das aussieht wie aus einem Märchenbuch: Die Kolonie Alexandrowka in Potsdam gehört zu den ungewöhnlichsten Orten Brandenburgs. In diesem Jahr feiert sie ihren 200. Geburtstag.
Die Geschichte beginnt während der Napoleonischen Kriege. Unter den russischen Soldaten, die in preußische Gefangenschaft geraten, befinden sich zahlreiche Sänger. König Friedrich Wilhelm III. ist von ihrer Musik so begeistert, dass er einen russischen Chor gründen lässt. Die Sänger bleiben auch nach Kriegsende in Preußen.
Als sein Freund, Zar Alexander I., 1825 stirbt, beschließt der König, ihm ein besonderes Denkmal zu setzen. Statt einer Statue entsteht ein ganzes Dorf. Ab 1826 werden in Potsdam dreizehn russische Blockhäuser errichtet. Die ehemaligen Chorsänger erhalten Häuser, große Gärten und sogar Nutztiere. Direkt daneben entsteht eine russisch-orthodoxe Kirche.
Bis heute ist Alexandrowka erhalten geblieben und zählt zum UNESCO-Welterbe. Die kleine Siedlung erinnert an eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen Preußen und Russland – und daran, wie aus russischen Kriegsgefangenen Potsdamer Hausbesitzer wurden.



















