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Der Sound der Weimarer Republik: Friedrich Hollaender | Berliner Schnipsel

Der vergessene Berliner Welthit-Macher

18.01.2026 Matti Geyer

Vor 50 Jahren starb ein Berliner, dessen Name vielen kaum noch etwas sagt – dessen Lieder aber fast jede*r kennt: Friedrich Hollaender.

In dieser Ausgabe der Berliner Schnipsel erzählt FluxFM-Redakteur und Stadtführer Matti Geyer die Geschichte eines Mannes, der den Sound der Weimarer Republik geprägt hat wie kaum ein anderer.

Hollaender wächst in einer Musikerfamilie auf, sitzt früh am Klavier und begleitet Stummfilme – ohne sie vorher gesehen zu haben. In den 1920er Jahren wird Berlin seine Bühne: Er schreibt Chansons, Revuen, Filmmusik, gründet das legendäre Tingel-Tangel-Theater im Keller des Theater des Westens und wird zum Chronisten seiner Zeit.

Mit bitterböser Ironie macht er sich früh über den Antisemitismus der Nazis lustig, lässt Hitler als Spukgespenst auftreten und schreibt Lieder, die politisch sind, ohne ihre Leichtigkeit zu verlieren.

Weltberühmt wird er schließlich durch Marlene Dietrich und das Lied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ – ein Song, der bis heute gecovert wird, von Jazz bis Pop.

Als die politische Lage in Berlin kippt, bleibt ihm nur die Flucht: Paris, dann Hollywood. Dort schreibt Hollaender Filmmusik, wird mehrfach für den Oscar nominiert. 1976 stirbt er in München. Seine Musik aber lebt weiter – auf Bühnen, in Filmen und in unseren Köpfen.