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Die Kurbelkiste von Berlin – Wie das Kino laufen lernte | Berliner Schnipsel

Max und Emil Skladanowsky und der Berliner Ursprung des Kinos

15.01.2026 Matti Geyer

Apps, KI und Plattformen – viele große Ideen beginnen mit wenig Geld und viel Neugier. Berlin war schon vor über 100 Jahren ein Ort für genau solche Experimente.

In dieser Ausgabe der Berliner Schnipsel geht es um zwei Brüder, die Bilder zum Laufen bringen wollten: Max und Emil Skladanowsky. Ende des 19. Jahrhunderts experimentieren sie in Prenzlauer Berg mit Glasplatten, Rauch und Musik – Kino, bevor es Kino gibt.

Mit ihrer selbstgebauten „Kurbelkiste“ filmen sie erste Bewegungen, schneiden Bilder auseinander, kleben Filmstreifen neu zusammen und lassen schließlich zwei Filme gleichzeitig laufen. Das Ergebnis nennen sie Bioscop.

Am 1. November 1895 feiern sie im Wintergarten an der Friedrichstraße die erste öffentliche Filmvorführung Europas. 18 Sekunden lang boxt ein Känguru – und schreibt Filmgeschichte.

Vier Wochen lang ist das Varieté ausverkauft. Doch dann kommen die Brüder Lumière aus Frankreich – mit einer einfacheren Technik und größerem Kapital. Das Rennen um das Kino ist schnell entschieden.

Heute erinnern Gedenktafeln in Berlin an die Skladanowskys. Ihr Bioscop steht im Potsdamer Filmmuseum – und ihr Name ist bis heute im Boden der Kastanienallee zu lesen.