
Als die Tour de France durch das geteilte Berlin fuhr | Berliner Schnipsel
Zehntausende Berliner feiern die Tour de France, während die DDR mit ihrer eigenen Friedensfahrt kontert.
06.07.2026 Matti Geyer
1987 erlebt West-Berlin ein sportliches Spektakel der besonderen Art: Zur 750-Jahr-Feier der Stadt startet die Tour de France erstmals und bislang einmalig in Berlin. Für rund drei Millionen D-Mark holt die Stadt das berühmteste Radrennen der Welt in die damals noch geteilte Metropole.
Die Strecke führt quer durch West-Berlin – von Reinickendorf über Charlottenburg und Zehlendorf bis nach Neukölln. Zehntausende Menschen stehen an den Straßen, während die weltbesten Radprofis direkt vor der Berliner Mauer um Sekunden kämpfen. Sogar ein kleiner „Berg“ wartet auf die Fahrer: der Anstieg am Grunewaldturm.
Während West-Berlin die Tour de France feiert, setzt die DDR auf ihr eigenes Prestigeprojekt. Die Friedensfahrt, das wichtigste Radrennen des Ostblocks, startet ebenfalls in Berlin – allerdings auf der anderen Seite der Mauer.
Besonders kurios: Nach den Berliner Etappen kann die Tour de France nicht einfach weiterfahren. Weil die Strecke nicht durch die DDR führen darf, werden Fahrer, Fahrräder und Begleitfahrzeuge per Flugzeug nach Karlsruhe transportiert. Erst dort setzt das Peloton seine Reise Richtung Frankreich fort.



















